1536 Kammerordnung Ferdinands I. Tirol



1536 Tirol Kammerordnung (Rosenthal 1887 S. 291 – 315) :: Transkription Speer Oktober 2013

[Editorial]

Quelle: Eduard Rosenthal, Die Behördenorganisation Kaiser Ferdinands I. Das Vorbild der Verwaltungsorganisation in den deutschen Territorien ; ein Beitrag zur Geschichte des Verwaltungsrechts (Wien 1887) S. 291 – 315.

Tirolische Kammerordnung von 1536 (18. September, Trient).

(Copie im k. k. Statthaltereiarchiv zu Innsbruck, Catt. 728.)

[Seite 291]

Wir Ferdinand von gottes genaden römischer könig, zu allen zeiten mehrer des reichs in Germanien, zu Hungern und Beheim, Dalmatien, Croatien etc. könig, infant in Hispanien, [Seite 292]
erzherzog zu Österreich, Herzog zu Burgundi und Württemberg etc., grave zu Tirol etc. bekennen offenlich mit disem brief und thuen kundt aller meniglich, als hievor gleichwol in dem 1523. jar, durch uns als derselben zeit unsers lieben bruder und herrn, der röm. k. Mt. etc. gubernator aller indern und vordern oberösterreichischen lande. unserer tirolischen raitcamer instruction, ordnung und gewalt, gefertigt und zuegestelt, welchermassen wir dieselb fürgenomen, geordent und aufgericht haben, auch in was sachen und gestalt dieselb unser raiträthe und die zuegeordneten personen derselben unser raitcamer handlen sollen, wie dann dieselb unser ordnung nach lengs in sich helt, und bisheer dieselb unser tirolisch camer nach dem inhalt solcher irer empfangnen instruction auch auf das wir hernach im 33. jar aus beweglichen ursachen dieselbig unser tirolisch camer und regierung in ain wesen gezogen und erleüterung gethon, in was sachen die regierung und camer samentlich handlen oder gesöndert sein sollen zu unserm wolgefallen gehandlt. und wir uns aber vergangen wünter aus unsern niderösterreichischen erblanden hieheer zu unsern oberösterreichischen landen begeben und bisheer uns, unser liebsten gemahel und kinder, auch unsern königreichen, landen und leüten zu nuz und guetem und aller wolfart gnedigs nachgedenken gehabt und auch daneben unserer trefflichen räthe getreuen rat gepflogen, wie wir alles unser thuen und wesen in guete bestendige ordnung bringen und erhalten, dardurch unser camerguet (an dem wir bisheer durch die beschwerlichen kriegsleuff, die sich gleich zu eintrettung unser regierung, als meniglich bewist ist, angefangt und ain guete zeit gewerth, darinn wir als ain getreuer vatter, herr und landsfürst allain von befürderung wegen derselben unserer land und leüt unsers camerguets noch anders nit verschont, gehündert, erledigt, gemehrt und daneben in unsern königreichen, fürstenthumben und landen frid und recht gefurdert und gehandhabt werde und aber fürnemblich das unsere camergüeter ordenlich gehandlt und alles, das zu mehrung derselben immer dienstlich sein kan oder mag, fürgenomen und in wirkung gebracht werde, und erstlich für alles anders not sein bedacht und erwegen nit allain in unserm hofwesen, auch bei unserer tirolischen camer ordnung aufzurichten, das wesen einzeziehen und allen überfluss abzestellen, auch darauf der sachen ainen anfang [Seite 293] gemacht und weiter fürgenomen der camergefell und einkomen auf sechs oder siben jarlang die negsten unbeschwerdt zelassen, damit sich die in solcher zeit von den beschwerlichen versazungen selbst abledigen mögen, bei welcher unser fürgenomnen ordnung wir entlich zubleiben gedenken und in derselben kainen einpruch zethuen oder zemachen, es forder dann solches unser oder des lands hoche und unvermeidliche notturft und das solches dannocht mit rath, wissen und bewilligung ainer landschaft beschech. nachdem aber neben dem unser notturft erfordert hat, mitlerzeit und vor ausgang angeregter sechs oder siben jar den stat unsers königlichen hofs, dergleichen unser geliebten königlichen kinder, auch unserer regierungen und camern zuerhalten und derhalben ain gewiss einkomen zumachen, welches wir aber neben ledigmachung unsers versezten camerguets on unserer getreuen landschaften darthuen und hilfen nit volstrecken mögen, haben wir ain ersame unser landschaft unserer fürstlichen graffschaft Tirol in jeztgehaltnem landtag zu Botzen aus sonderer gnedigen naigung, lieb und vertrauen, so wir zu inen tragen, gnedigist ersuecht, uns auf die bemelten sechs oder siben jar, zu erhaltung bemelter unserer kinder hofs, der dann gleicherweiss wie unser hofwesen geringert und eingezogen, aller unnotwendiger uncosten abgethan, auch auf den statt der regierung und camer in unser graffschaft Tirol zu volstreckung der justitia, gerichts und rechtens und fürnemblich zu erhaltung des perkwerchs zu Schwatz, an welchem disem land, nach der justitia zum hechsten gelegen sein will, ir underthenigist gehorsam hilf zuthuen und zubeweisen, auf welchen unsern gnedigisten fürtrag, ersuechen und erbieten uns ain landschaft gehorsambliche bewilligung gethon, nemblich das si uns die negsten sechs jar, jedes jars und damit auf Galli schierist konftigs sibenunddreissigisten jars anzeraiten dreissigtaussend gulden reinisch zustatten und hilf zekomen, doch das wir unserm selbst gnedigisten erbieten nach in solch bewilligt hilf nit greiffen, sonder dieselb auch insonders, was uns von unsern vordern österreichischen landen gefelt, vervolgen und zu nichte anderm gebrauchen lassen, denn zu unser liebsten kinder der regierung und camer statt, auch perkwerchs underhaltung, wie dann solches ir landtags antwurt ausweist, seien wir, wie hie oben gemelt, je entlich dahin entschlossen uns des auch gegen ainer landschaft gnediglich bewilligt, solch [Seite 294]
ir gehorsam bewilligung nindert anderst wohin, dann zu obvermelter notwendigkait zugebrauchen und verfolgen zulassen und darbei zubleiben und handhabung zuthuen, als wir dann nit anderst achten, dann gemelte unser tirolische camer mög mit solcher unser tirolischen landschaft bewilligung, auch dem, so aus unsern vordern österreichischen landen gefelt, und was noch für einkomen zu derselben unser camer vorhanden sein und auch mitlerweil ledig werden mag, auf verrichtung obgemelter puncten statlich und wol volgen und über das alles verrer obgemelter unserer tirolischen statthalter und camerräthe instruction und ordnung und darüber beschehen erleüterung, die si bisheer von uns gehabt, für uns genomen, dieselbig ires inhalts übersehen und darinnen verenderung, mehrung und neuerung gethon, wie hernach volgt.

Anfenglich sezen wir in bemelter unser tirolischen camer zu obristem unserm stathalter den hochwürdigen in got vatter herrn Bernharden der heiligen römischen kirchen des titels sancti Steffani in Celio Monte priester cardinaln, bischoffen zu Triendt, unsern lieben freund, fürsten, präsidenten unsers gehaimen raths und obristen canzler und in seiner lieb abwesen zu unserm vicestatthalter den wolgebornen unsern lieben getreuen Wolfen grafen zu Montfort und Rotenfelss und den ersamen gelerten und unsere getreuen lieben Wilhelmen Schurffen, unsern pfleger zu Ambrass Reinbrechten von Pairsperg, doctor Jacoben Franckhfurter unsern camerprocurator, Erasmen Haidenreich, Gregorien Maschwander, unsern camermaister, und Michaeln Zoppl unsern camersecretarien, zu unsern camerräten. dieselben sollen nach irem höchsten und besten verstand und fleiss unserm camerrath vorsein und in dem, was zuerhaltung unsers camerguets dienstlich und nuzlich ist, guet ordnung, unserm gegeben gwalt und diser instruction gemess fürnemen, halten und alzeit unser ehr, nuz und wolfart vor augen haben und bedenken. und gedachter unser stathalter soll in dem rath bei gedachter unser camer die haben und in abwesen sein, der vicestatthalter und wo aber der kainer verhanden, unser rath Wilhelm Schurff und aber die nit nach den stenden oder heerkomen, sonder nach glegenheit der händl und erfarnhait der personen thuen und das etwann mit ainer person, die sich des erstens anfragens nit versicht, anfachen. [Seite 295]

Weiter geben wir unserm tirolischen statthalter und raitcamer dise ordnung, das si im sommer vor mittag umb sechs uhr im rath sein und umb neun uhr aus dem rath, nachmittag umb ain uhr widerumb im rath sein und umb vier uhr daraus und im wünter vormittag umb siben uhr darein und umb zehen uhr daraus, nachmittag auch umb ain uhr im rath und umb vier uhr widerumb daraus geen sollen, und welcher unser camerräth zu solchen gesezten uhrn oder ungeverlich ain viertlstund darnach in den camerrath nit komen wurde, so soll unser statthalter als obrister, der vicestatthalter oder in irem abwesen Wilhelm Schurff denselben rath anreden und undersagen die stund zehalten. und so ainer oder mer denselben unser räth über beschechen anreden, zu der gewondlichen stund nit erscheinen, so soll uns dasselbig anzaigt werden, darmit wir dargegen gebürliche handlung fürnemen mögen. es ist auch unser mainung, ob unser camerrath in ainer handlung säss, die gleich in der stund, so inen aus dem rath zegeen gegeben ist, nit vollendt, sonder ungeverlich ain viertl stund oder etwas mer über die gesezt zeit solche handlung bedürfen wurde, so sollen unser räth nit ausgeen, si haben dann denselben angefangen handl zuvor expediert.

Ob sich dann begebe, das aus unserm camerrath ainer oder mer unserer räthe schwach wern oder in seinen sachen zethuen hete, das er nit zu der gewondlichen stund in rath komen mechte, soll er solches albeg unserm statthalter oder in abwesen sein Wilhelmen Schurffen anzaigen lassen und mit seinem willen und zuegeben aussen bleiben und sonst nit. welcher aber mit wissen und zuegeben des statthalters nit krankhait oder schwachhait, sonder anderer seiner aigen geschefft halben aussen bleiben oder ausreüten wurde, dem soll die zeit seines ausbleibens gerechent und dieselbig an seinem sold abzogen und rodiert werden. damit aber bemelte unsere stathalter und camerräthe neben verwaltung ires diensts, iren aigen sachen und notturften auch auswarten mügen, so lassen wir jedem derselben unsern rathen zue, das er in ainem ganzen jar vier wochen volkomenlich seiner notturft nach bei seinem haimbwesen sein mag, zu welchem seinem haimbwesen zuraisen und widerumb zu unser regierung zukomen, sollen im jeden tag darzwischen er nit stilligen soll, fünf meil zuraisen aufgelegt werden und merer täg von gedachtem unserm camerrath nit ausbleiben. [Seite 296] und es soll durch den statthalter oder Schurffen dise beschaidenhait im erlauben nach glegenhait fürfallender genöttiger geschefft, gebraucht und gehalten werden, das von unsern räthen bei unser camer uber ainen auf einmal zuverreitten nit vergont werde.

Neben dem bewilligen wir auch gedachtem unserm statthalter und camerräthen zu gnaden, das si hinfüro an sambstägen und den vier hohen festen feirabend nach tisch nit zusamenkomen dürfen, sonder iren aigen notturften und sachen auswarten mügen, doch wo sachen fürfielen, die ainichen verzug nit erleiden mechten, so sollen si an den sambstägen und den vier hochen festen feierabend zu morgens umb ain stund früeer zusamen komen, also das si vormittag vier uhr nacheinander im rath und bei den handlungen seien, was aber perkwerchs händl sein, die nit anstand erleiden mechten, die sollen zu aller zeit gehandlt und nit angestelt werden.

So verordnen wir Micheln Zoppeln als rath und secretarien derselben unser tirolischen raitcamer, der soll all und sonderlich die gnöttigisten händl, so durch unser oberösterreichische raithräthe beratschlagt und beschlossen werden, copiern und darob sein, das dieselben brief, wie sich gebürt, nach ordnung der canzlei gefertigt werden und sonst alles anders thuen, so ime als unserm rath und camersecretari wol ansteet und zu dest statlicher verrichtung solcher unser camercanzleisachen und damit auch der Zoppl, wo der handl sovil und beschwerlich fürfielen, ain ersezung hab, so haben wir Hainrichen Linnss als ain camersecretari, Geörgen Kumpff, Iheronimusen Ruepprecht, Mathiasen Scherl, Hannsen Schauber, Pauln Uschall und Leonharden Tilger verordent und zuegeben, also das dieselben ime dem Zoppl mit copiern und schreiben verhelfen und darneben der registratur auch auswarten und uns verpflicht sein sollen und auf unser camerräthe unserer tirolischen camer ir aufsechen haben sollen.

Weiter so verordnen wir Joachim Straussen zu unserm puechhalter und Joachim Tescher zu unserm camerschreiber, die sollen also baid aller unser ambtleüt und dienstleüt raitungen, so in derselben unser tirolischen camer beschechen, auch ander sachen, die darum gehandlt werden, einschreiben und alles was den zwaien obbestimbten puechhaltern und camerschreiberämtern zuesteet und bisheero der gebrauch und ordnung gewest, getreulichen vorsein und auswarten. [Seite 297]
Wir wellen aber, das unser statthalter und camerräthe, wo nit all doch aufs wenigist ir zwen oder ainer aus inen bei aufnembung aller raitungen von hochen und andern ämbtern sein sollen, dann bei uns nit allain gnueg angesehen, das durch unsern puechhalter und camerschreiber allain die mengl, was si in den raitungen befünden, unsern camerräthen fürgetragen und allain das vertrauen in so wichtigen sachen in si gestelt sei, sonder das unser camerräth oder etlich oder doch albeg zum wenigisten ain person aus inen albeg gegenwürtig sein zesechen, wie und von wann solch mengl ausgezogen, mit was grund si herfliessen, das auch in ausziechung solcher mengl und in treffenlichen raitungen sovil weniger übersehen werde. damit alsdann der ordnung nach dest stattlicher handlung und erledigung darüber beschechen müg, so lassen wir gnediglichen zue, das dem camerschreibern der junger mit namen Hanns Castner zu kurzlicher aller ambtleüt raitungen beschreibung und erclerung der camersachen, also wann der camerschreiber vor ime tods abgieng, das man ainen andern der camerraitsachen erfaren an desselben stat gehaben müg, gehalten werde.

Und nachdem bisheer zu den extraordinari raitungen sondere personen gebraucht und denselben solch extraordinari raitungen zuegestelt werden, also das dieselben personen die raitungen probiert, übersehen und die mengl darin befinden ausgezogen und unserm stathalter und camerräthen zu verrer erledigung und beratschlagung übergeben, wie dann dieselben extraordinari personen insonders derhalben ir ordnung haben, so lassen wir es von befürderung solcher raitsachen wegen bis auf unser wolgefallen und so lang man dern notturftig ist und nit entpern mag, nochmals darbei verbleiben und nachdem aber zu solchen extraordinari personen diser zeit nit mer als aine verhanden, so wellen wir die andern personen ersezen also das die bestimbtermass die extraordinari raitung auf verordnung unserer camerräthe für die hand nemben, übersehen, probiern und wie si die befünden, verrer unsern camerräthen fürbringen, doch wo befunden, das solcher personen und der costen, so darauf lauft, umbgangen werden mecht, das solche, durch verordnung unsere camerräthe auch bescheche.

Verrer haben wir unsern getreuen lieben Gregorien Maschwander zum verwalter unsers camermaisterambts und einnember aller unserer ordinarien und extraordinarien gefell und [Seite 298] einkomen bemelter graffschaft Tirol bis auf unser widerrueffen fürgenomen und geordent, also das er bei unser raitcamer sein und anstat unser von allen und jeglichen obern und undern ambtleüten bemelter graffschaft, auch unserer innern und vorder oberösterreichischen lande, so bisheer in die tirolisch camer gehört haben, kain ausgenomen, alles gelt, so in die ämbter irer verwesung gefelt, zu jederzeit nach ordnung der camer, doch on unser camerräthe und meniglich eintrag und irrung erfordern, einnemben, si darumben quittiern und solch gelt auf unser oder unserer camerräthe schriftlich bevelch ausgeben, auch alle jar und aines jeden besonder von solchem seinem empfang und ausgab auf der tirolischen raitcamer raitung thuen, er soll sich auch daneben nach glegenhait der geschefft seines ambts und sonst in allen sachen und händln in der tirolischen raitcamer, es sei zu raitung oder anderm auf unser camerräth begern und erfordern guetwillig gebrauchen lassen und zufürdern verhelfen.

Er soll auch alle monat das zornal auf die camer unsern camerräthen überantwurten, nochmaln dasselb überschlagen und daraus durch den puechhalter die einschreibung geton werden. item gemelter Maschwander soll kain quittungen den ambtleüten umb gelt zuestellen, si seien dann zuvor durch unsern camerschreiber underschriben und registriert, und dieweil wir dann bisheer befunden, das weilend unsere camermaister uns an iren raitungen albeg ainen rest zuthuen schuldig bliben, und wir aber in solchem faal sovil weniger nachthailn gewertig sein, so wellen wir gedachten unsern camerräthen eingepunden haben, das si von unserm camermaister das zornal, wie vorsteet, alle monat erfordern und genzlich empfachen und dasselb nit allain durch unsern puechhalter, sonder auch durch unsern camerschreiber underschreiben und registriern lassen mit diser ordnung, dann unsere camerräth alle monat beileüfig unsers camermaisters empfang und ausgab und wie alle sachen seiner ambtshandlung halben gestalt sein, ain wissen tragen und mit solchem unser und sein nachthail dessto mer fürkomen und verhüet wirdet.

Weiter die ofternenten unser statthalter und camerräthe sollen mit gemeltem verwalter unsers camermaisterambts von seinem einnemben alle jar und mit den andern unsern grossen und clainen ambtleüten unserer oberösterreichischen lande, so [Seite 299] in die tirolisch unser camer gehörn, zu glegner zeit raiten und dieselben ambtleüt dermassen nacheinander erfordern, damit albeg von stund an mit dem, der auf solch erforderung ankombt, gerait müg werden und nit ainer auf den andern mit vergebner costung ligen und auf raitung warten, es sollen auch camerräthe alle raitungen bis zu end und beschluss handlen und raiten. und ob sich der ambtleüt raitungen mit des camermaisters handlung vergleichen, aigentlich erwegen, doch mit den trefflichisten ambtleüten und ämbtern, nemblich camermaisterambt, salzmairambt, wexl, silber und münz nit schliessen, sonder uns solch raitungen zuvor fürbringen oder aber ainen summari auszug und underricht davon zueschicken, damit die zuvor gnuegsamblich übersehen und si darinnen unsers beschaids erwarten und was wir inen darauf bevelhen demselben nachkomen. und sonderlich geben wir dise ordnung, das hinfüron all unser ambtleüt allain auf unser tirolischen raitcamer ir raitung thuen, doch mit aufnembung solcher raitung sollen unsere camerräthe den brauch haben, wie der bisheer auf der camer gehalten worden. welche aber unser pfleger oder ambtleüt on ehehaft not auf solch unser raiträth erfordern auf den angesezten tag in raitung nit erscheinen wurden , so sollen unser camerräthe gegen denselben mit straf, wie sich gebürt, verfarn und nicht destminder uns solcher ungehorsam halben auch berichten.

Unser statthalter und räthe sollen auch bedacht sein, das si von ermelten ambtleüten jerlich raitung aufnemben und inen das ander jar kainesweegs ansteen lassen, damit durch solches unser und unsers camerguets schaden und nachthail sovil mer verhüet und fürkomen werde.

Und dieweil wir dann für notturft erwegen, das wir albegen glegenhait unserer ämbter, einkomen, wie sich dieselben im einkomen mehrn oder ringern, ain lauters wissen haben, so ist unser mainung, ordnen und wellen, das albeg, so ain jar verscheint, welches durch die ambtleüt verrait werden soll, im negsten jar darnach vor ausgang desselben mit inen unsern ambtleüten allen gerait und dann zu eingang des andern jars uns albeg ain lauterer auszug zuegeschickt werde.

So wellen wir auch zu fürderung solher sachen und fürnemblich, damit die alten raitung von vil jarn heer auch fürgenomen und doch dardurch die neuen unserer ambtleüt [Seite 300] fürkomen raitung nit gehindert, sonder im gang bleiben und gefürdert und durch unser camerräth ordenlich und on aufzug mit inen gerait werden müg, wie obsteet, noch zwo sonder personen verordnen, die sollen solche für sich nemben, übersehen, raiten und dann durch dieselbig unser ordinari camerräth bis auf uns beschlossen werden.

Weiter ist unser mainung und bevelch, das unsere ämbter als ungelt, maut, zoll, städl, gärten, gründ, pauhöf und dergleichen, so mit fueg bstandtsweis verlassen werden mügen, nun hinfüron nach jedes ambts glegenhait durch unser statthalter und camerräth uns zu nuz, zum hechsten und besten verlassen, und was daraus zebringen ist, gebracht werde. doch ist unser gemüeth nit, das solch bestand dermassen gestaigert werden, das unsere underthonen des ain billige beschwerd oder nachthail leiden, doch darinn auch ain solcher weeg und ordnung gehalten werde, das bemelte ämbter durch unordenlichen hinlass und bestand nit zu abfaal gedeien, sonder allain im aufnemben bleiben.

Item unser statthalter und camerräthe und verwalter unsers camermaisterambts sollen auch ir fleissig aufmerken haben auf alle ämbter und ambtleüt, damit in solchen ämbtern getreulich mit fleiss gehandlt und uns zu nachthail nichts vernachlast oder verwarlost werde, und ob sich ain ambtman nit teugenlich oder das er sein ambt nit treulich versehe befunden, ist unser mainung, das si über solches, sonderlich was die verkerung, besezung oder entsezung betrifft, mit unserer regierung handlen und rathschlagen. und was si samentlich in rath befünden, darüber die notturft verrichten und verordnen sollen.

Und als wir vormals gleichwol geordent haben, das kain ambtman in unsern vordern österreichischen landen angenomen werden solle, er hab dann zuvor pürgschaft gethan auf das wenigist umb sovil gelts, als vil dasselb ambt, darein er komen soll ungeverlich in ainem jar ertragen mag, so stellen wir es doch, diss articls halben, auf disen weeg und nemblich zu unserer statthalter und camerräth messigung und guetbeduncken, darin mit oder one pürgschaft fürsehung zethuen, angesehen, das wir bedacht, das etliche ämbter villeicht ain jar sovil nit ertragen, als der ambtman aigens guets vermag, derhalben von demselben der pürgschaft unnot. so sein etlich, die sovil nit [Seite 301] vermügen, als etlich unser ansehenliche ämbter irer verwaltung ain jar ertragen, derhalben si villeicht die pürgschaft nit gehaben mugen, und aber dannocht sovil trauens und glaubens haben und darzue teuglich und annemblich sein, alles nach glegenhait der person und ambts. doch sollen unser statthalter und camerräthe, wie hieoben auch inen eingebunden ist, bedacht sein, mit der ambtleüt raitungen über endung des jars nit zuverziehen und auch achtung zehaben, damit si das gelt, so von solchen unsern ämbtern gefelt, nit zu irem nuz gebrauchen, sonder unserm verwalter des camermaisterambts zuestellen, und ob si aber in solchem bei den ambtleüten auszüg oder saumbnus befinden, si zu solchen raitungen anhalten. dardurch sein wir sovil weniger verlusts gewertig und ist auch der obgemelten pürgschaft nit not.

Dann betreffend fron, wexl und ander der alten verlegnen oder neu erfunden perkwerch, freiungen, wo unser statthalter und camerräth derhalben ersuecht wurden, sollen si uns solches zu jederzeit an hof mit guetem bericht, auch irem rath und guetbedunken zueschreiben, uns verrer darauf wissen zuentschliessen.

Item sover unser statthalter und camerräthe in unsern oberösterreichischen landen unser schlösser, flecken und behausung funden, davon wir kainen nuz haben, sonder burghuet oder sold vergebenlich hinzue geben müessen, und mer schaden, dann nuz bringen, derhalben sollen si zu ersparung unnotturftigen uncostens auf solches ir fleissigs nachgedenken und erfarung haben und uns jederzeit darüber was zuersparen und zuerhalten ist, ir erinnerung sambt irem rath und guetbedunken thuen.

Und nachdem uns an besazung und stattlicher fürsehung unserer schlösser und besonderbar der ortflecken in unsern oberösterreichischen landen vil gelegen, sollen unser statthalter und camerräth bedacht und verholfen sein, das dieselben durch aufrecht, redlich und teuglich personen besezt und bewart und in kainen weeg in solchem faal in sorg oder geferlichait gestelt werden, doch albeg, dass solch verenderung der person und fürsehung mit unserm wissen bescheche und was si hierinn zu jederzeit not sein, erfaren uns desselben auch berichten.

Item nachdem wir bevelch auf unser stathalter und camerräth irer verwaltung, schulden und dergleichen verweisung [Seite 302] halben ausgeen haben lassen, und noch über kurz oder lang geben mechten, ist unser mainung, das albeg die eltern bevelch, schulden und verweisungen mit der bezalung vorgeen und exequiert werden sollen.

Und nachdem unsern haubtleüten, pflegern, vögten, zeugmaistern, zeugwarten und andern ambtleüten in eingebung irer haubtmanschaften, pflegen, vogteien, zeugheüsern und andern ämbtern, etlicher hausrath und ander des haus oder ambts notturften laut der inventari zuegestelt und eingegeben werden, ist unser mainung, das aller derselben inventarien glaubwürdig abschriften unserm statthalter und camerräthen zuegeschickt, damit die auch ordenlich registriert werden mügen. was auch aus obbestimbten unsern zeugheüsern, schlössern oder ämbtern für geschüz, püxen, pulver, kugln, hausrath oder dergleichen varende haab, so in den inventarien begriffen, genomen, geendert, ausgewexlt oder an ain under ort gefüert, oder aber mer geschüz, püxen, pulver, hausrath oder varende haab in dieselben zeugheüser, schlösser oder ämbter gekauft oder gethan, das soll alles bei unser tirolischen camer aigentlich und mit fleiss eingeschriben und durch dieselb unser camer ratificiert und gerechtfertigt und sonderlich das nach vorgehaltnen gebrauch albeg drei in gleichem laut durch die commissari, die man darzue verordent, gefertigt und albeg ainer unser camer, der ander den abgestandnen pflegern, inhabern oder erben und das drit dem, so aufzeucht, under der commissari petschaft und handzaichen gegeben werde.

Es soll auch unser obrister zeugmaister Veit von Wehing die bestimbten unsere zeugheüser in unsern oberösterreichischen landen alle jar ainmal bereüten, ersehen und beschreiben, was mangl und gebrechens bei jedem am zeug oder anderer notturft sei und dieselb unsern statthalter und camerräthen übersenden. die sollen dann daran sein, das solches durch unsern obristen zeugmaister beschehe und die mengl fürderlich erstatt, auch die zeugheüser mit aller notturft wol versehen werden.

Dann was münzmaisterei, zeugmaisterei, vischerei, jägerei und vorsst antreffen, soll damit gehandlt werden, inhalt der stätt derhalben aufgericht. doch in albeg sollen die vischmaister, jägermaister, vorstmaister, zeugmaister und münzmaister ir aufsechen haben auf unser statthalter und raitcamer. [Seite 303]

Dergleichen unser obrister paumaister soll sein aufsechen haben auf unser statthalter und camerräthe, und was zepauen sein würdet, solches unsern statthalter und camerräthen anzaigen, damit si ime noch ainen aus irem mitl oder jemands andern verstendigen solch gepeu und notturft zubesichtigen, zuezeordnen und nachmaln, was sich gebürt, pauen oder bessern, auch die ausgab darauf zethuen, zubestellen wissen, doch was grosse gepeu sein mechten, die sollen si alzeit an uns zuvor gelangen lassen.

Item all schulden, verweisung und bezalung, so auf unser tirolische camer durch uns verwisen, underschriben, auch aller unserer regierung und diener besoldungen, es sein gross oder clain, sollen beschehen und entricht werden inhalt der stätt unserm statthalter und camerräth zuegestelt, und vor allem sezen und ordnen wir, das unser statthalter und camerräth vor allen dingen die bezalung auf obgemelt drei haubtpuncten, darauf fürnemblich unser fürtrag in gehaltnem landtag und dann ainer ersamen unser landschaft unserer fürstlich graffschaft Tirol antwurt und beschliessliche bewilligung gestalt ist, von derselben unser landschaft vorgemelter bewilligung und andern unserer tirolischen camersgefellen als nemblich unserer königlichen künder, auch der regierung und camerstatts und sovil si mag, davon die hilf des perkwerchs thuen und solches jederzeit hindannen zerichten in guetem bedenken haben.

Und ob sich aber begeb, das zu jedem quartal die völlig bezalung gemelter unser königlichen kinder, auch der regierung und camer statts sambt der angeregten hilf zu dem perkwerch nit bei der hand were, so sollen gedacht unser statthalter und camerräthe bedacht sein, den abgang von andern orten zu anticipiern und aufzebringen, bis das gelt zu entrichtung obgemelter puncten von unsern landschaften gefallet, damit also jederzeit das weesen unserer lieben königlichen kinder der regierung und camer und auch das perkwerch erhalten werden müg. unser statthalter und camerräthe sollen auch ir fleissig gedenken haben, das si von solchem unserer landschaft bewilligten gelt in kainem weeg kain extra ordinari ausgab nit thuen, allain es bescheche zu des lands unvermeidlichen hochen und grossen notturft. und ob solches, wie gemelt, nit umbgangen werden mechte, solle doch solches alweeg mit unserer regierung beratschlagung und vorwissen beschechen, wie dann
[Seite 304] in diser unser ordnung von disem articl merer meldung beschicht.

Dann so haben wir uns entlich fürgenomen, all ansehenlich confiscationen in unser selbst camer nuz und notturften einzeziechen und zubehalten, demnach so bemelten unsern camerräthen confiscationen und völligkaiten an provision, lehen oder anderm, ehe dann wir desselbigen erinnert, fürbracht oder anzaigt werden, sollen si uns dasselbig alles zuhanden unserer hofcamer berichten mit gueter ausfierung der gerechtigkait und zuegang, so wir zu solcher völligkait haben, auch derselben werdts und sonderlich irem guetbedunken, wie wir mit geringestem costen solch völligkait einziehen mechten, damit wir alsdann zur einziehung derselben confiscationen der notturft verordnung zethuen wissen. dieselben wellen wir anderst oder eher, dann nach zeitigem guetem rath verwenden, auch ain solche ordnung und mass damit halten, das wir etwan von ainer völligkaiten mer dann ainen unsern diener versehen und begnaden mügen. und es sollen derhalben unser statthalter und camerräthe bei uns insonderhait umb dergleichen confiscationen und völligkaiten, die zuvergeben ausser raths samentlich oder ad partem nit ansuechen oder handlen, noch inen selbst umb dieselbig oder in andern iren sachen ausser rats procuriern, sonder in obgemelten unsern rath komen lasses. daselbst soll dann beschlossen und volgents die brief darüber gefertigt werden.

Und als wir bericht werden, das durch weiland unser vorfordern fürsten von Österreich und sonderlich kaiser Fridrich und kaiser Maximilian, unser ur- und anherrn loblicher gedechtnus, auch damalen durch uns, von eingang unserer regierung in unserer fürstlichen graffschaft Tirol vil verpfendtung, auch verkaufung unserer camergüeter, auch gnadengaben beschechen, der wir bisheer in kain gründliche erfarung bringen mögen, wellen wir, das sich unser statthalter und camerräthe zu füeglicher zeit und sovil und alsbald müglichen ist, nit allain aller obgemelter verhandlungen, verkaufungen, gnaden und gaben erkundigen, sonder die originalia der verschreibungen von unsern landleüten und pfandtschaftern, welche anders derselben vormalen nit fürbracht haben, zu iren handen erfordern, und dieselben notturftiglich ersehen und uns davon glaubwürdige abschrift zuhanden unserer hofcamer schicken, damit wir uns darinn aigentlich ersechen und die notturft dargegen [Seite 305] furzenemen wissen, doch soll solche unsern landsleüten oder pfandtschaftern an irer gerechtigkait kainen nachthail bringen.

Gleicherweiss sollen unser statthalter und camerräthe auch handlung pflegen und auf mitl und weeg gedenken, das mitlerweil die bereütung in unserer fr. graffschaft Tirol, wie zu vilmalen für guet und nuz angesehen ist, in unsern camergüetern fürgenomen werde. es sollen auch gedacht unser statthalter und camerräthe bei unser tirolischen camer die stätt aller provisionen, besoldungen, auch dienstgelt, nichts ausgenomen, was derhalben durch uns und unser vorfordern auf jar oder lebenlang verschriben, fleissig durchsechen und ob si befunden, das darinnen ainich ersparung oder einziechung beschechen mecht, daruber uns ir guetbedunken, wie solches füeglich zethuen sei, anzaigen und fürnemblich uns berichten, welch provision und auf was personen si für beschwerlich, also das dieselben wol abgethan oder aufs wenigist zemiltern wären, angesehen und darinn kainen scheüchen tragen, dann wir darinn von hof aus notturftig verordnung thuen und si in solchem irem anzaigen und gehorsamen vertraulichen bericht, damit si bei jemands ainichen unwillen erlangen mechten, ganz unvermeldet lassen wellen. und nachdem bisheer vil abgestorbner provisionen auf vervolgen und ansuechen von uns andern unsern dienern auch widerumb verschriben worden, sein wir entschlossen, solch vergebung und verschreibung angeregter provisionen verrer nit zethuen, es sollen auch wider dis unser fürnemen unser stathalter und camerräth in kain weeg procuriern oder rathen, auch sonst ad partem bei uns nit sollicitiern oder practiciern, jemands pflegen, provisionen, dienstgelt oder anders auf mer jar oder mer leib zuverschreiben, sonder vilmer sich dahin zehandlen befleissen, damit wir bei diser unser fürgenomen ordnung bleiben und darwider nicht fürnemben. wo aber verdient personen, an den die notturft erkent würdet, umb fürsehung mit provision bei uns ansuechen, und solches im rath beschlossen und befunden würdet, dieselbigen zubedenken, so wellen wir, was derselben in unser graffschaft erledigt werden, an unser stathalter und camerräthe weisen und verschaffen.

Es soll auch hinfür bei unserm statthalter und camerräthen verhüet werden, das die anzaal unserer ambtleüt und diener, noch auch die besöldungen on sonder merklich und gnuegsam ursachen nit gemehrt oder erhöchert werden, sonder wo indert [Seite 306] aus notturft ainer mehrung der ämbter und diener und auch ainer erhöchung der besoldung und fürsehung der ämbter not sein wurde, sollen uns unser camerräthe desselben berichten, wellen wir darinn mit verrerm irem vorwissen notturftig verordnung thuen.

Und nachdem in unser hofordnung von dreien pläzen, da gewondlich und am meisten unsere beharrige hofhaltung ist und konftiglich sein würdet, meldung beschicht, als in unsern stetten Prag, Wienn und zu Ynsprugg und wir aber aus erfarnheit befunden, das albeg zu unserer ankonft in der leger ainem alle proviant in höherm wert, dann vor unser ankonft gewesen, gestigen ist, sollen unser statthalter und camerräthe zuverhüetung und abstellung desselben solche hauswürtschaft fürnemben, damit man durch das jahr mit ainem vorrath an wein, getraid und fuetter gefasst seie, zu solchem dann die ledigung unserer verpfendten cästen und kuchenämbter, so statliche einkomen haben, die auch für anders fürgenomen werden solle, dienstlich und nuzlich sein werden, und solten also unser statthalter und camerräthe gedacht sein, damit gemeltermass, die guet hauswürtschaft in das werk gebracht und gericht und so si vernemen werden, das wir auf Ynsprugg und daselbst ain zeitlang bleiben, sollen si fürsechung thuen, das zu dem gemachten vorrath an wein, getraid und fuetter durch si die verrer notturft zu unser hofhaltung als visch, fleisch, gewürz und dergleichen in rechtem und leidlichem kauf bestelt werden mügen.

Unser statthalter und camerräthe sollen auch verordnung thuen, das traidcästen aufgericht und auf weeg bedacht sein, das dieselben nach notturft versechen werden, also das man albeg bis in die zehentausend stär korn und in die zehentausend stär habern und so es sein mag, ain merer und trefflicher anzal nach glegenhait der sachen darauf gefunden werden mage, und so inen aber in solchem ainicher mangl oder irrung, das si solche fürsehung nit thuen mechten, begegnet, uns desselben berichten und umb hilf und wendung ansuechen, wellen wir in solchem faal in bedenken des lands notturft unser gnedigiste mügliche hilf mitthailen und darzue gnediglich beweisen und zu solcher stattlichen fürsehung an uns nichts erwünden lassen, inmassen wir uns dann gegen ainer ersamen unser landschaft in Tirol auch gnediglich erboten haben. [Seite 307]

Dergleichen als wir in vil weeg ain grosse notturft bedacht, das unser graffschaft Tirol und in notten, auch die vordern lande mit ainer statlichen anzal pulfer versechen sei, sollen demnach unser statthalter und camerräth verordnung thuen und gedenken, das alle jar ain vorrath von saliter, es sei aus dem königreich Neapolis oder aus dem land Merchern, wo derselbe zum geringesten zubekomen, bestelt und in gemelte unser grafschaft gelegt und gebracht werde, damit der mitler zeit zu pulfer gemacht und das land jederzeit mit ainem vorrath gefasst und an pulfer im land nit mangl sei.

Daneben so ordnen wir, das unser statthalter und ainer unser räth von der camer, den der statthalter seinem guet ansehen nach albeg zu ime beschaiden mag, mitsambt andern dreien
räthen von unserer regierung mit hechstem irem fleiss den sachen und händln nachgedenken, wie das wesen der regierung unserer land und erhalten, wie auch geferlichen sachen begegent, nachthailiger schaden bei zeiten fürkomen und fürnemblich unser camerguet in aufnembung und mehrung gebracht werden müg, und was si also bei inen in solchem und dergleichen notwendigen sachen bewegen und gedenken, uns desselben jederzeit berichten und unsers verrern beschaids darüber erwarten.

Und als diser unser fürstlichen grafschaft Tirol an den gotsgaben der perkwerch und zu erhaltung derselben an geschickten personen nit wenig gelegen ist, demnach so legen wir gedachtem unserm statthalter und camerräthen auf hiemit und wellen, das si auf weeg und mitl geen, wie neben den verstendigen perkleüten, so noch vorhanden sein, mer geschickt perkleüt aufgezüglt und erhalten werden, damit ainer den andern erseze und in fürfallenden notturften in ämbtern und in anderweeg gebraucht werden mügen und also der abfaal des metall und des salzperkwerchs verhüet werde. wir wellen auch, das zu jederzeit, so die perkwerchsraitungen zu Schwatz fürgenomen, das dann neben unserm stathalter und camerräthen etlich personen aus unser tirolischen regierung darzue dienstlich geschickt und ausserhaIb derselben solch raitung nit aufgenomen. dardurch kann albeg des perkwerchs glegenhait, zue- oder abfaal und ursach desselben sovil stattlicher abgenomen und gespürt werden.

Und ob sich dann zuetrüeg, das wir aus zuesteenden unversehenlichen kriegsleüfen zu rettung, schuz und schürmb landen und leüten, so aber unser vorbeschechen gnedig erbieten [Seite 308]in unser camergüeter nit zugreifen gedrungen werden und solches nit umbgeen mechten, so wellen wir doch solches für uns selbst kainesweegs thuen, sonder zuvor die obligend not bei uns selbs und mit unsern hofcamerräthen bedenken und so vonnetten ist, etliche personen aus unser regierung, so aus unser fr. grafschaft Tirol, so anderst die grafschaft oder die vordern lande die not betrifft, unserm gefallen nach darzue erfordern, derselben not auch volgents, so es die weil und zeit erleiden, unser regierung und camer unserer grafschaft Tirol, sover dieselb grafschaft den krieg antreffen thuet, berichten und darüber ir rat und guetbedunken vernemen, und was also hierinnen, das landen und leüten zu beschüzung, nuz und guetem raichen kan, bedacht wirdet, bei uns beschliessen, volgents dieselbig unser camer berichten, damit verrer durch si die notturft verricht und gehandlt werden müg und so nun inhalt desselbigen obgeschriben articls die kriegssachen bei unser regierung beratschlagt werden sollen, so wellen wir, das zu jederzeit, wann wir den gedachter unser regierung von fürfallenden kriegssachen anzaigen thuen, das unser camer solch kriegssachen mit und neben derselben unser regierung notturftiglich beratschlagen und erwegen und uns alsdann desselben lauter inschrift berichten. wo sich aber unversehenlich handlungen zuetrüegen, konftigen krieg belangend und darauf ausgaben als auf kundtschaften oder anders bis die handlung, wie obsteet, beratschlagt werden, beschechen müessen, so geben wir darin diese ordnung, das unser statthalter mit zwaien unsern räthen von der regierung und zwaien räthen der camer, die ine darzue teuglich ansehen werden, solche fürfallende sachen handlen, beratschlagen und fürsehung thuen, welche zwen räth aus unser camer sich in solchem faal auf des statthalters beruefen und sonst in der fürsehung guetwillig und gehorsam halten sollen.

Und nachdem sich in unser regierung teglich zuetregt, das in unsern sachen daran uns gelegen ist, potschaften, comissari oder gesandten auszuschicken und dergleichen notturftig extraordinari ausgaben zethuen vonnötten ist, und wir derhalben unserm statthalter und regierung in irer instruction aufgelegt, solches was ausgaben betrifft, mit und in beisein zwaier unser räthe unserer tirolischen raitcamer handlen und berathschlagen, solten dieselben zwen räthe aus unser camer in solcher [Seite 309] berathschlagung albeg gegenwürtig sein und was für notturftig unvermeidlich ausgab befunden, das gelt darauf verordnen, doch sollen solch ausgaben, in ainem oder den andern weeg, nit gestelt sein, dann das dieselben der jetzigen landtagshandlungen in unser graffschaft Tirol nit entgegen, sonder gleichfermig und gemess sei, allain ausgeschlossen etlich faal, so notwendig und des lands unvermeidlich notturften belangen thuen.

Und ob in oberösterreichischen landen ander notturft ausserhalb kriegssachen fürfallen wurden, die uns oder die lande diser regierung underwürfig betreffen und darein eilends zesechen und etlich zimblich ausgaben darauf zethuen not sein wolt, also das solch sachen und notturften kainen verzug erleiden, noch unsers berichts erpeiten und durch solch ausgaben dieselben sachen abgestelt oder schaden verhüet werden mechten, so sollen die bemelten unser tirolischen camerräth samentlich in denselben fürfallenden sachen, was die ausgab und unser camerguet betrifft, mit unserm statthalter und regenten ratschlagen und mit irem wissen und rath darin handlen. sover aber solch fürfallend sachen merer und grösser notdurft und handlungen, die disen unsern gwalt und instruction übertreffen und fürkomen wurden und bit erleiden mechten, dieselben si uns zuvor clerlichen und gründlichen berichten, und was wir inen verrer darauf bevelhen werden, demselben sollen si nachkomen, inmassen wir unserm statthalter und regenten in irer ordnung auch aufgelegt haben.

Und ob sich begeb, das zwischen der camer und unsern dienern, ambtleuten und underthonen der oberösterreichischen landen, in was würden, stands oder wesens die weren, irrung und spän fürfielen, ordnen und sezen wir, das unser statthalter und regenten macht haben, zuversuechen die güetlich zuvertragen und hinzulegen. ob aber sachen dermassen trefflich fürfielen, also das unser camer unserer regierung oder hinwiderumb unser regierung unserer camer hilf, rath, underricht oder beistands notdürftig sein und ain thail derhalb den andern ersuechen wurden, so sollen si solch ersuechen aneinander treulich helfen, rathen und beisteen und sich gegeneinander trostlich und freundlich erzaigen.

Und was sachen die justitia und doch darneben das camerguet betreffen, fürfallen, es seien confirmation, lehen oder [Seite 310] anders, darüber durch unserer statthalter und regenten handlung und beratschlagung gethon würdet, denselbigen sachen sollen albeg zwen unser camerräthe beiwesig sein und helfen mit ratschlagen, es sollen auch die brief darüber nit allain durch die statthalter und canzler, sonder auch durch ainen unsern rath von der raitcamer auch verzeichent und bei unser camer füron auch registriert werden.

Wir behalten uns auch hierin bevor, das wir zu jederzeit unser camer mit den personen mündern oder mehren mügen nach unserm wolgefallen, dergleichen hinwiderumb die personen unser regierung auch nach irer glegenhait urlaub nemben und begern mügen, darauf wir inen auch mit gnaden erlauben und derhalb kain ungnad tragen wellen.

Weiter verordnen wir, das hinfüro unser camerprocurator ordinari bei unser regirung im rath nit sizen, sonder auf unser tirolischen camer sein und denselben unsern camersachen, confiscationen, peenfäl, lehen, volligkaiten und dergleichen zuestenden, treulich und mit allem fleiss niemands zu lieb oder laid handlen und auswarten thue. doch so in gedachter unser regierung sachen fürkomen, darinnen dieselbig seines berichts oder sonst sein in handlungen, die kain rechtfertigung unsers camerguets auf ime tragen zugebrauchen notturftig sein, soll er auf unsers statthalters erfordern darauf gehorsamblich erscheinen.

Und so wir dann obbemelt unsere camerräthe für ander personen zu handlung solches unsers camerguets fürgenomen und erküest haben und in si unser sonder vertrauen sezen, so wellen wir nit zweifeln, auch si ermant haben, si werden in allen dingen diser unser ordnung nachgeen und sonst allenthalben unsern nuz und frumen nach irem besten verstand fürnemen und fürdern , unsern nachtl und schaden nach irem vermügen wenden und uns darin warnen, auch als unsere camerräthe und diener unser camersachen, wie si uns dann gelobt und geschworn haben, unangesehen ainicherlai freundschaft oder feindschaft oder ander verwandtnus treulichen handlen und in summa nichts, das zu erhaltung, aufnembung und mehrung unsers camerguets müglich ist, underlassen, wie inen dann, als wolgebornen, fromen, erlichen leüten iren schuldigen pflichten nach zethuen gebürt und wol ansteet.

Und als wir hievor, wie im eingang diser unser ordnung gemelt ist, im 33. jar aus hohen trefflichen und beweglichen [Seite 311] ursachen unser regierung und camer hie zusamen in ain wesen gezogen und gestelt haben, ist unser will und mainung, das es noch bei demselben also bleib, unser regimentsräth unsern camerräthen und hinwider unser camerräthe unsern regimentsräthen vorgemelter und nachvolgender weiss und mass zuegethan und beieinander sein sollen, also dieweil die geferlichen und beschwerlichen leüf allenthalben vor augen, das si samentlich und miteinander jederzeit in solchem fleissig den sachen nachgedenken, davon reden und ratschlagen und dann alles, das si darinnen und dargegen notturftig ansehen, fürnemen und verrichten sollen. und geben hiemit in craft dis briefs obgemeltem unserm statthalter, regenten und camerräthen volkomen macht und gwalt, das si so oft und vil die unvermeidlich hoch notturft ervordert, es sei in frids- oder kriegszeüten und sachen zu fürsechung des wesens in fürfallender widerwertigkait und zu beschüzung des lands all unser tirolisch rent und einkomen finanzen machen und gelt aufbringen, darüber auch und darumben in unserm namen verschreibungen aufrichten, fertigen, geben und guet versicherung thuen sollen und mügen, allermass als ob wir solches selbs gethon heten, das si uns desselbigen alsdann auch underrichten und das auch solches, wie vorsteet, allain zu des lands hochen und unvermeidlichen notturften beschechen und das es der landtagshandlung und bewilligung nit zu entgegen sei. wo aber die not nit so gross und hoch wer und ainiche bit zuerleiden on sondern schaden möglich were, solch vorhabend finanzhandlung und geltaufbringung zuvor an uns gelangen lassen und unsers beschaids darüber erwarten. si sollen auch darüber bedacht sein, das si der land ausschüss sovil zu umbgeen in diesem faal müglich ist, on unser vorwissen und bewilligen nit zusamen berueffen oder erfordern.

Und wiewol unser gemüeth ist, das bei unserm statthalter und regiment auch oftgemelter unser raitcamer hinfüro wie bisheer, wie wir des hiemit nochmalen ordnen, underschidlich rath erhalten werden und die canzleien gesöndert sein sullen, so ist doch verrer unser mainung und ordnung, was wir hinfüron laut unser hofcamerordnung an si unser bevelch in nachvolgenden oder andern sachen werden lassen ausgeen, es sei in finanzen oder in confiscationen und von ausgaben und dergleichen sachen, wann auch mit unsern pflegern oder ämbtern ainich verkherung, besezung oder entsezung zethuen ist, all [Seite 312] perkwerchsachen samentlich zuhandlen, die brief, was und sovil derselbigen in solchen sachen aufzerichten sein wurden, dergleichen all bevelch an unsern tirolischen camermaister, auch ander bevelch und missiven, die umb gelt an unser pfleger und ambtleüt ausgeen, darzue pfleg- und ambtbrief und ander dergleichen verschreibung, die unser camersachen antreffen, bei der camer, wievor aufgericht, geschriben, registriert, durch unsern tirolischen camersecretari gefertigt, aber zusambt unserm statthalter und camersecretari noch durch zwen unser räthe, ainen von unser regierung, den andern von unser camer underschriben und verzaichnet werden.

Was dann von unsern hochen und nidern ambtraitungen zethuen fürfallen, so sollen solche durch unser camerräthe allain, wie vormaln beschechen ist, fürgenomen und darin gehandlt werden und alle die, darin nit irrung oder mangl befunden werden, beschliessen, darüber raitbrief und was not ist, ordenlich fertigen und geben, aber si sollen in kainen weeg kainem ambtman kainen nachlass in den resten oder in anderweeg ausserhalb unsers vorwissens und bewilligung zethuen macht haben.

Wo aber in solchen ordinari und extraordinari raitungen sonst irrungen fürfielen, so sollen dieselbig durch unser regierung und camer samentlich gehandlt und vergleicht werden, was aber nit vergleicht werden mecht, sollen si uns dasselbig mit erinnerung alles grunds an unsern hof berichten, darüber wir fürderliche erledigung thuen und beschaid geben wellen. wo sich dann nachmals die partheien solcher unser erledigung und beschaids beschwern wurden und wir des von der regierung und camer bericht werden, wellen wir weiter mit irem rath darin entliche erledigung thuen, doch das albeg, was die nachläss der rest und fürgefallen irrung betrifft, bestimbtermass mit unserm vorwissen gehandlt werde.

Dann so soll mit verfertigung der raitbrief die ordnung, wie oben von andern verschreibungen gestelt ist, gehalten, auch die gemainen auszüg, die von jar zu jar gegeben, also durch ainen von unser regierung und ainen von unser camer sambt camerschreibern oder puechhaltern, wie von alter beschechen ist, underschrieben werden.

Wir wellen auch darumben nun hinfür all bevelch, die wir je zuzeiten in allerlai obbemelten sachen und handlungen [Seite 313] an unserm hof werden ausgeen lassen, an unsern statthalter, regenten und camerräth samentlich und nit auf unser camer insonders stellen und fertigen lassen. was aber pur lauter camersachen sein, wellen wir dannocht von fürderlicher und schleiniger handlung wegen nach der überschrift stellen lassen zuhanden unserer tirolischen camer, was aber nit pur lauter camersachen sein, sonder neben der camer justitia oder anders betreffen, sollen dieselben brief, si komen von uns oder andern orten und sonderlich von uns, darunder zuhanden der camer nit gestelt ist, unser statthalter eröffnen und aber fürderlich handlung darauf fürnemben, damit nicht verabsaumbt oder die partheien verlengert und in zerung und costen gebracht werden.

Und damit wir auch jederzeit und gestalt und glegenhait unserer camer wissen haben mügen, sollen uns statthalter, regenten und camerräthe jerlichen und alle jar aller ämbter einkomen, empfang und ausgaben, welche oder sovil derselben ordinari und nit auf sonder bevelch beschechen, dergleichen auch von den raitungen der fürnemblichisten unsern ämbtern als camermaister, salzmair, wexlambt, silber und münz, so die beschlossen sein, ausrichtigen lautern auszug an unsern hof schicken, auch gedacht sein, das von gemelten unsern ambtleüten die raitung nit angestelt, sonder dermassen gefürdert, das die jerlichen aufgenomen werden, wie dann hievor in ainem articl 13. übersendung der auszüg halben, auch davon meldung beschicht.

Dann so legen wir auch gemelten unsern camerräthen hiemit auf und wellen, das si bedacht sein und jederzeit mit unser regierung davon ratschlagen und handlen, wie neue einkomen in disem land zu nuz und mehrung unsers camerguets gepflanzt und in das werk gebracht werden mügen, das si auch mit allem fleiss die unordnung und überfluss des stats bei unser regierung und camer sovil immer erhalten werden mag, abwenden und zum genahisten einziehen.

Und nachdem hievor in vergangen emperungen in diser unser fr. graffschaft Tirol etlich suma gelts, auch clainot und silbergschirr von etlichen gotsheüsern und prälaten anlehensweis aufbracht worden, die denselben gotsheusern und prelaten jerlich aus unsern ämbtern verzinst werden, wellen wir hiemit unserm statthalter und camerräthen aufgelegt haben, das si zu füeglicher zeit verordnung thuen, ob das gefallen zünsgelt [Seite 314] durch die geistlichen auf clainoter nit angelegt were, das solches zünsgelt auch konftig die hauptsuma, so die bezalt würdet, wiederumb den kirchen und prelaten, an kirchenclainotern und silbergschirr angelegt, damit durch solch anlegung des gelts der schaz der kirchenclainoter zu ainem vorrath wiederumb gemert werde.

Und dieweiln bei unser regierung auch unser camer in fürfallenden unsern sachen und gescheften ainspennig und fuesspoten gehalten werden, so sollen nun hinfür die geschwornen reitenden und fuesspoten, auf unsern statthalter und camermaister, aber die ainspennigen auf unser statthalter und regenten ir aufsechen haben und so si gebraucht und ausgeschickt werden, ir ausziechen und widerankonft jederzeit unserm camermaister ansagen.

Und was potenzedl in unsern camersachen ausgeen, die sollen durch unsern camersecretarien verzaichnet und underschriben werden.

Was also in dem allem erstgemelt unser camer mit sambt unser regierung auf disen unsern gewalt für uns, unser land und leüt nach irem getreuisten fleiss und verstand, samentlich veraintlich miteinander oder die maisten aus inen fürnemben, handlen und thuen, das alles soll unser will und mainung sein. wir sollen und wellen uns das auch gnediglich und wol gefallen lassen, darwider nichts handlen noch thuen, sonder gnediglich und gleicherweis halten und vollziehen als ob wir des selbs gehandlt und gethon hetten.

Und ob nun aus übersechen oder in anderweeg von uns ainicherlei über und wider dise unser ordnung und der landtagshandlung und bewilligung zuwider ausgieng, des doch bei unser hofcamercanzlei zum besten verhüet werden solt und wir desselben von unsern camerräthen bericht und erinnert werden, wellen wir dasselbig gestracks abschaffen und angezaigte ordnung in irem wesen bleiben und nach derselben die sachen handlen lassen.

Und obgemelten unsern statthalter, camerräthe, camersecretari, puechhalter, camerkanzleischreiber unserer raitcamer sullen ire pflicht, die ain jeder uns gethon hat und konftiglich thuet, dahin pinden, das si von niemands kain muet oder gab oder dergleichen verehrungen noch auch on unser vorwissen und zuelassen von andern fürsten, herrn oder stetten, kain [Seite 315] provision noch dienstgelt nemben, sich auch mit niemands in gsellschaft der kaufmansgwerb, handtierung und münzhandlung begeben, und so ainer oder mer darin were, sich derselben entschlagen, daraus thuen und verlassen, doch so ainer oder mer perkwerchsthail oder verwaltung und herrschaften in unsern landen pflegs- oder bestandsweis innen hette, mag er dieselben behalten, auch wol dergleichen perkwerchsthail und pflegen annemen, aber so bei gedachter unser camer von sachen gehandlt wurdt, perkwerch oder die pflegen und verwaltung, damit dieselbig unsere räthe und diener verwondt sein betreffend, so sollen dieselben räthe und personen abtretten und nit darbei sein.

Und in solchen vorbestimbten sachen haben unser camerräthe gnuegsamen gwalt nach ausweisung der vorgemelten articl, wie die clerlichen in sich halten, darin si als unser getreu räthe und diener, allen müglichen fleiss fürkeren sollen.

Und damit aber diser unser ordnung und instruction in allen punkten dest stattlicher nachgehandlt und gelebt werde, so wellen wir oftgemelten unsern camerräthen hiemit bei iren pflichten aufgelegt und eingebunden haben, das si dieselb zu jedem quartal für die hand nemben und fleissig übersechen und lesen, damit inen die sovil mer in gedechtnus darnach zehandlen und nichts darin nachzesehen bleib, doch wellen wir uns vorbehalten, dise unser instruction in ainem oder den andern weeg, wie sich die notturft und glegenhait zuetragen mecht, zemindern, zu mehren und zuverändern, doch soll solche verkerung der angeregten landtagsbewilligung und unserm gnedigisten erbieten nit zugegen sein.

Auf das alles also unsere cammerräthe laut diser unser gesezten ordnung in allen und jeden punkten und articln mit bestem und getreuistem fleiss zehandlen wissen, wie wir inen dann genediglich vertrauen ungeverlich mit urkund dits briefs. geben zu Triendt den 18. tag des monats septembris anno 36, unserer reiche des römischen im 6. und der andern im 10.

Ferdinand.
Ad mandatum domini
regis proprium.
H. Neüner.