Adlige

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C

D

Dietrichstein (Geschlecht)

Siegmund von Dietrichstein 1484 – 1533

Literatur:

Wikipedia-Artikel
GND-Datensatz
Konrad von Moltke, Siegmund von Dietrichstein; die Anfänge ständischer Institutionen und das Eindringen des Protestantismus in die Steiermark zur Zeit Maximilians I. und Ferdinands I. (Göttingen 1970) [WorldCat]

Bilder:

Porträt 1515 [Vgl. hierzu Stefan Krause, Die Porträts von Hans Maler (Diss. Wien 2008) PDF-Datei Universität Wien; hier S. 60ff.]
Darstellungen auf Medaillen

E


Gallus von Racknitz 1590 – 1658

Literatur:

GND-Datensatz

Wikipedia-Artikel über das Geschlecht

Daraus (gesehen 28.09.2014): „Gallus Freiherr von Racknitz (* 12. März oder 12. Mai 1590; † 25. März 1658 in Nürnberg) studierte in Leipzig und war Begleiter Ferdinands II. bei der Kaiserwahl in Frankfurt 1619, wodurch er zum Rat und Kammerherrn ernannt wurde. Als Protestant musste er 1629 Österreich verlassen und siedelte sich in Regensburg an, später in Nürnberg. In späten Jahren hat er die Sammlung von 45 Kirchenliedern „Herz- und Seelenmusik“ veröffentlicht.“

Porträt (Virtuelles Kupferstichkabinett: Herzog Anton Ulrich-Museum )

Lic. Dr. Gustav Trautenberger, Gallus Freiherr von Rägknitz, das Haupt der österreichischen Exulanten in Nürnberg, in: Jahrbuch der Gesellschaft für die Geschichte des Protestantismus in Oesterreich 4 (1883) 105

Paul Dedic, Der Protestantismus in Steiermark 1930, 162:
„Nur einige Exulantenschicksale seien noch flüchtig gestreift. Als das Haupt der Exulanten galt in Nürnberg der edle und fromme Gall von Räcknitz, eine priesterliche Erscheinung. Wie er selbst täglich das Gotteswort abwechselnd in 5 Sprachen las, diente er den Seinen in Hausgottesdiensten, stärkte er die anderen Emigranten durch seine Haltung und sein Vorbild. Er lebte fern von allen auch im Exil vom Adel beliebten Repräsentationen in der Stille des von ihm in drei erkauften Gärten errichteten Hauses in tiefer Zurückgezogenheit. Die Armen schätzten ihn wegen seiner hilfreichen Barmherzigkeit als „mitleidigen und guttätigen Vater“. Selbst dichterisch begabt, trat er dem „pegnensischen Blumenorden“, der Nürnberger Dichterschule, näher und veröffentlichte seine „Haus und Hertz Musica“ usw. Der bekannteste Vers seiner Gedichte bittet um Kraft, das Exulantenschicksal zu tragen: „Ich hab’ verlassen Vaterland / um dein göttliches Worte / Mit dem Wanderstab in der Hand / Gesucht ein fremdes Orte / Verlaß mich nicht, Herr Jesu Christ / Der du doch meine Liebe bist“ usw. Seinen Tod betrauerte 1658 ganz Nürnberg.“

S

U

Hans von Ungnad 1493 – 1564

Literatur:

Wikipedia-Artikel
GND-Datensatz

Quelle: Paul Dedic, Der Protestantismus in Steiermark 1930, Anm. 31.1: „Hans (III.) Ungnad von Weißenwolf, Freiherr von Sonneck, 1493 geboren, war zu Kaiser Max’ Zeiten in den Hofdienst getreten und soll Mitglied der Abordnung gewesen sein, die Jahre 1519 in Spanien den neuen Herren Karl V. begrüßte. 1529 wurde er Vizedom, im nächsten Jahre als Landeshauptmann Nachfolger des verdienten, gleich ihm lutherisch gesinnten Siegmund von Dietrichstein. Von Hans jüngerem Bruder Andreas, der 1536 in Torgau Luther predigen hörte und mit ihm 1 Stunde lang sich beredete, sagte der Reformator „mit einer meisterhaften Kennzeichnung, die gewiß auf viele Standesgenossen paßte: Ist ein feiner Herr; aber unsere Lehre liegt in seinem Geiste gleichsam, als ob ich mit einem Träumenden rede“. Von dem Eindruck, den Luther auf den Adeligen machte, zeugt sein Ausspruch, er wolle „gern 100 Kronen darum geben, sich mit dem Reformator einen ganzen Tag zu bereden“. Der Neffe beider David Ungnad war — damals ein an manchen Hochschulen und dem sie besuchenden Adel geübter Brauch! — im Jahre 1557 Rektor der Wittenberger Universität; später als frommer, geistlicher Dichter nicht unbekannt, ein unermüdlicher Förderer des Evangeliums, politisch begabt, von seinem Kaiser zu Gesandtschaften nach Konstantinopel verwendet.“

ebd. Anm. 33.1: „Der steirische Besitz umfaßte außer Gütern an der Packalpe und in Untersteiermark auch das heute noch bestehende Schloß Plankenwarth bei Graz. Ein anderer Zweig der Ungnads blieb bis zur Gegenreformation in Kärnten. Herzog Christoph von Württemberg räumte dem durch die theologischen Streitigkeiten in Sachsen angewiderten und dort abgewanderten Hans Ungnad das ehemalige Amandstift in Urach ein. Hier trat Ungnad mit dem Krainer Reformator Primus Truber in Verbindung und berief ihn schließlich als Leiter der zur Herstellung der slowenischen Bibelübersetzung errichteten Druckerei. Im Laufe der Jahre gingen aus ihr 31 Druckwerke, die meisten — darunter die Bibelübersetzung — in slowenischer, etliche auch in kroatischer und italienischer Sprache, erstere meist in glagolitischen und zyrillischen Lettern gesetzt, hervor. Auf einer Reise nach Prag zum Besuch des inzwischen zum Kaiser erwählten, mit ihm in besonderem, durch einen häufigen Briefwechsel belegten Freundschafts- und Vertrauensverhältnis stehenden Maximilian starb Ungnad am 27. Dezember 1564 zu Winteritz in Böhmen. Sein Leichnam wurde nach Württemberg gebracht und in der Stiftskirche zu Tübingen beigesetzt. Die später nach dem den Ungnads gehörigen Kärntner Schlosse Wallerstein geschaffte Druckerei fiel im Jahre 1600 der Religionsreformationskommission in die Hände, die sie, nachdem sie, wie aus den dortigen Ratsprotokollen hervorgeht, längere Zeit in Judenburg eingelagert worden war, nach Graz sandte. Ferdinand II. beschlagnahmte sie und schenkte sie der Congregatio de propaganda fide. So kam sie nach Rom und wurde dort zum Druck eines Breviers verwendet. „Ein Schelmenstück der Weltgeschichte“! Das Geschlecht der Ungnad-Weißenwolff starb im Jahre l9l7 aus.“

Liste der Drucke der Offizin Ungnad in VD16

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